OLG Düsseldorf: Mandant muss beschädigtes Jagdgewehr des Jägers nicht bezahlen

Was das Leben doch für Geschichten schreibt: Da ein Jäger mit seinen „Kumpels“ und in diesem Fall sogar auch noch mit einem Kind stets sehr rücksichtslos mit Waffen über das bewohnte Grundstück meines Mandanten stiefelte, kam es eines Tages zu einem kurzen Handgemenge. Dabei soll das Jagdgewehr angeblich schwer beschädigt worden sein. Die an meinen Mandanten gerichtete Schadensersatzforderung war nicht unwesentlich. Oder sagen wir es so: Jagdgewehre können offenbar richtig teuer sein. Jedenfalls verlor der Jäger – nach einer umfangreichen Beweisaufnahme – bereits die erste Instanz vor dem Landgericht Mönchengladbach. Hiermit gab sich der lautstark auftretende Jäger jedoch nicht zufrieden und legte Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf ein. Dieses empfahl dem Jäger in der mündlichen Verhandlung jedoch, die Berufung zurückzunehmen. Andererseits würde er die Zurückweisung schriftlich erhalten. Ein schöner gerichtlicher Hinweis aus Sicht meines Mandanten. Und daraufhin nahm der Jäger seine Berufung noch in der Verhandlung zurück. Und natürlich behielt er auch dabei das letzte Wort, indem er seinen „Unmut“ gegenüber den Richtern ausdrückte. Diese ließ dies jedoch unberührt.

Für das Geld, was der Jäger nun an meinen Mandanten und an das Gericht zu zahlen hat, hätte er sich bestimmt auch ein neues Jagdgewehr kaufen können, jedoch eines, was nicht ganz so teuer ist.

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